Der Genossenrat
Die Korporation Hergiswil lebt von der Gemeinschaft ihrer Genossen. Gemeinsam tragen wir Verantwortung für Boden, Wald und Alpen und sichern mit nachhaltigen Entscheidungen das Erbe für kommende Generationen.
Keiser Alois
GENOSSENRAT
Departement Liegenschaften
079 211 96 26 | E-Mail
Bergstrasse 22
6052 Hergiswil
Blättler Wendelin
GENOSSENRAT
Departement Alpen und Landwirtschaft
079 236 56 66
Schwändeli
6052 Hergiswil
Der Genossennamen
- KEISER
Das Geschlecht Keiser dürfte als das älteste Hergiswiler-Geschlecht bezeichnet werden; es lässt sich bis zum Jahre 1300 zurückverfolgen. Ursprünglich waren die Keiser (frühere Schreibweise Keyser) in Stans ansässig and haben sich von dort aus in andere Gemeinden verpflanzt. Im Stammbuch der Gemeinde Hergiswil figuriert als erster “Keyser” ein Jacob Keyser; eine Jahrzahl ist jedoch nicht angegeben. Jakob Keyser dürfte demnach als Stammvater des hiesigen Geschlechtes der “Keiser” angesprochen werden.
- BLÄTTLER
Das Geschlecht Blättler ist ebenfalls als eines der ältesten Hergiswiler Geschlechter zu nennen; es lässt sich bis zum Jahre 1314 zurückverfolgen. In früherer Zeit war die Schreibweise: Bletler (bei einer Grenzziehung zwischen Hergiswil and Luzern, im Jahre 1462 nahm ein “Hensli Bletler” als beeidigter Vertreter der Gemeinde Hergiswil teil). Das Geschlecht Blättler ist auch in andern Nidwaldner-Gemeinden (z. B. in Stans, Ennetbürgen, Wolfenschiessen) heimisch. Es ist anzunehmen, dass sich die “Blättler” von Stans aus in die anderen Gemeinden verpflanzt haben.
- ZIBUNG
Das Hergiswiler-Geschlecht: Zibung geht ebenfalls auf das siebzehnte Jahrhundert zurück. Am 3. Mai 1612 ist urkundlich nachzuweisen, dass “zu einem Landsmann ist, von Hergiswyll Hans Zypung, welches Muoter ein Landtmäni ein farlimani gsin auch angenommen umb 200 Gulden”.
- BUCHER
Das Geschlecht: Bucher geht auf das siebzehnte Jahrhundert zurück. Urkundlich ist nachweisbar, dass am 25. April 1632 “Zuo nüwen Landlüten sindt angenommen worden umb dz gewonliche Luoder (=Einkaufssumme, Geldbetrag 300 Gulden) als namlich Melcher Buocber.”
Geschichte der Korporation
Die Korporation Hergiswil ist eine Gemeinschaft, die Verantwortung für Wald, Alpen und Boden trägt. Geprägt von Zusammenhalt und nachhaltigem Handeln.
Hergiswil im Laufe der Zeit
Wieviel ist ein Jahr im Leben eines Dorfes? Wieviel von seiner Lebenszeit hat das seit 1378 nach dem Loskauf von Habsburg-Österreich, selbständige Hergiswil schon aufgebraucht? Ist Hergiswil noch ein Kind? Kaum. Denn dann wären New York und Chicago Wickelkinder. Oder ist Hergiswil schon ein Dorf in Pension? Wohl auch nicht. Dann müssten Peking, Athen und Rom in Agonie liegen. Die vielen Jahre hinterliesen Spuren in Hergiswil, und die gesellschaftlichen Veränderungen gingen bzw. gehen nicht spurlos am Lopperdorf vorbei. Hergiswil verschliesst sich jedoch nicht davor, sondern ist offen für Lösungen, um den Bedürfnissen der heutigen Zeit gerecht zu werden. Hergiswil steht nicht still – Hergiswil bewegt sich; seine Lebenszeit ist noch lange nicht aufgebraucht.
Blicken wir zurück
Rund 100 Jahre vor Christi Geburt wanderten die keltischen Helvetier, nach denen sich die Schweiz heute noch nennt, zwischen Jura und Alpen in unser Land ein. Sie wurden 58 v.Chr. von den Römern unterworfen, 445 eroberten die Burgunder das Wallis und das Gebiet bis zur Aare; das übrige Land, somit auch das Voralpengebiet, wurde ab Mitte des 5. Jahrhunderts von Alemannen besiedelt. Parallel mit den im gleichen Jahrhundert erfolgten Verdrängungen der Alemannen durch Frankenkönig Chlodwig, der sich zur römischen Kirche bekannte, verlief die Christianisierung Helvetiens. Doch im 10. Jahrhundert entstand das alemannische Reich von neuem, wobei die geschichtliche Entwicklung zu einer Dreigliederung des Stammes in Schwaben, Deutschschweizer und Elsässer führte.
Was die Erstbesiedlung des Raumes Hergiswil anbetrifft, bleibt offen, ob sie auf die Kelten, die Römer oder die Alemannen zurückgeht. Vermutungen und Hypothesen gibt es zuhauf. Sie stützen sich ab auf prähistorische Überreste, auf Römerfunde und auf Flurnamen, die den Geschichtsforschern als einigermassen zuverlässige Wegweiser in die Vergangenheit dienen. In Giswil wurde ein alter Römerweg entdeckt, der vermutlich von Vindonissa über den Renggpass und den Brünig ins Wallis führte. Die Rengg (891 M.ü.M.) war früher zu Land die einzige Verkehrsader zwischen Hergiswil und Alpnach beziehungsweise Obwalden und Luzern. Zwei bei Ausbaggerungsarbeiten am Acheregg gefundene Zinngegenstände, ein Reiterfigürchen und Medaillon, sind wohl die ältesten Zeugen vergangener Zeiten auf Hergiswiler Boden. Sie stammen vermutlich von der Lopperburg, einer im frühen 13. Jahrhundert erbauten Grenzfeste zwischen Zürichgau, dem das Gebiet bis Hergiswil zugehörte. Heute schlummern die Überreste der grossen Burganlage friedlich unter Gebüsch und Gras.
Kaiser, König und Abt
Hergiswil, der Name, geht vermutlich auf frühere Besitzverhältnisse zurück. Während im ersten Wortteil der Personenname Hergis enthalten ist, bedeutet die Endung „will“, „villa“ oder „villare“ – sie verrät keltoromanischen und frühalemannischen Einfluss – eine neue Heimstätte im – neugerodeten und kultivierten Umland. So gehörte Hergiswil im 9. Jahrhundert den Herren Hergier und Wittowo, und es darf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass Hergiswil und Hergiswald ihre Namen von diesem Hergier erhalten haben.
Später dann, am 16. April 1291 – Hergiswil war inzwischen durch eine Stiftung des Frankenkönigs Pippin des Jüngeren in den Besitz des Klosters Luzern, anschliessend unter die Botmässigkeit der Elsässer Abtei Murbach gelangt – erwarb Rudolf von Habsburg für 2000 Mark Silber die Grundherrschaft über das gesamte Untertanengebiet. Doch noch im gleichen Jahr starb Rudolf, und Hergiswil geriet unter die Fuchtel des gefürchteten Königs Albrecht.
Das war just zur Zeit, als der Bundesbrief vom 1. August 1291 besiegelt wurde. Um sich gegen den kriegerischen König Albrecht zu schützen, erstellten die Unterwaldner auf dem Renggpass ob Hergiswil eine Letzimauer. Deren Überreste sind noch heute zu sehen.
Ein Dorf kauf sich Frei
Hergiswil schloss sich sofort nach dem Loskauf als elfte Uerte Nidwalden an. Zwischen 1389 und 1400 erhielt das Lopperdorf eine Vertretung im Rat und im Gericht. Der 1504 erstmals erwähnten Kapelle des heiligen Nikolaus wurde zwischen 1507 und 1533 eine eigene Seelsorge, und 1579 das Taufrecht zugesprochen. 1608 dann, nach dem Bau eines neuen Gotteshauses, stieg Hergiswil, bisher der Mutterkirche Stans zugeordnet, in den Status einer eigenen Pfarrei auf.
Leben in Freiheit
Über Jahrhunderte hinweg blieb Hergiswil, unberührt vom Dreissigjährigen Krieg und der Reformation, ein kleines, zwischen See und Berge geklebtes „Nest“. Eine Chronik über die damaligen Zeiten liegt nicht vor. Einzig die von Staatsarchivar Franz Niederberger zusammengetragene Dokumentation „Hergiswil im Spiegel des Staates“, lässt uns einen Blick tun in das Leben und Treiben im Lopperdorf. Dieser „Spiegel“ reflektiert vor allem die sich über Jahrhunderte hinziehenden Zänkereien zwischen den Fischern von Hergiswil und Stansstad. Im März 1591 „verordnen die Räte und Landleute einen Zöllner für Hergiswil, der von den Waren, die über den Renggpass gehen, den Zoll zu beziehen hat“.
Im Februar 1612 „bestätigt das Geschworene Gericht, dass nur das in der Uerte überwinterte Vieh auf die Alpen-Allmeint getrieben werden könnte, dass aber die Armen, die kein Vieh auftreiben, auch keine Steuern zu verrichten haben“. Vom 6. Februar bis 5. März 1684 „war der See gefroren, und man fuhr mit Pferden und Vieh und schwer beladenen Schlitten nach Hergiswil und von da nach Luzern“.
Und schliesslich, als „Sittenbild“ vergangener Tage, die Notiz: „Am 28. August 1747 wird Franz Xaver Blättler von Hergiswil vor das Malefizgericht gestellt, weil er 6mal zum ketzerischen Lehrer Jakob Schmidli gegangen ist um ‚etwas aus der Bibel zu lesen‘“.
Alle Macht der Uerte
Höchstes Gremium in der alten Dorfgemeinschaft war die Uerte; sie regelte alle öffentlichen Angelegenheiten. Ihre Instanzen waren der Uertenvogt, der Uertenrat und die Gemeindeversammlung. Schon bald bildete sich aus der Uerte heraus eine selbständige Kirchengemeinde mit Kirchmeier und Kirchenrat. Dem Kirchenrat war die Wahrung geistiger und kultureller Werte übertragen sowie die Befugnis, Ehebewilligungen zu erteilen.
Mit der Einführung der Kantonsverfassung im Jahre 1850 wurde die „Macht“ der Uerte um einiges geschmälert, doch mit ihren rund 1000 Hektaren Land sind die „Uertner“, das heisst die Korporationsgemeinde, noch heute Hergiswils grösster Landbesitzer. Durch ihre angestammten Geschlechter Keiser, Blättler, Zibung und Bucher werden Allmeinden, Wälder und Alpen nach überlieferten Grundsätzen verwaltet und genutzt. Bekannteste Besitzungen der Korporation sind Alpgschwänd und Unterlauelen.
In der Geschichte der alten Eidgenossenschaft hinterliessen Hergiswil und die Hergiswiler wenig Spuren. Immerhin stand der Renggpass zu dreien Malen im Brennpunkt kriegerischer Ereignisse: Am 15. November 1315, als Berner Truppen durch Eidgenossen, die von Morgarten heimkehrten, abgewehrt wurden; am 31. August 1798, als die Franzosen den Vormarsch nach Alpnach sicherten; am 28. August 1802, als Hauptmann Jakob Odermatt eine Abteilung „Helvezler“ besiegte und vertrieb.
Eigene Alpen
Angaben bezüglich Tierzahlen auf Alpen macht man in Normalstösse (NST), das heisst: 1 Normalstoss entspricht einer Milchkuh die während 100 Tagen gesömmert wird.
Auf der Alp Oberlauelen inkl. Buchboden hat z.B. Pächter Hansueli Keiser das Recht, 66.41 NST zu sömmern.
Alp Gschwänd
Pächter: Beat Zrotz
Unterhalb des bekannten Bergrestaurants “Alpgschwänd” auf ca. 1300 Metern über Meer, liegt die richtige Alp Gschwänd. Die Pachter haöten im Sommer ca. 25 Rinder auf der Alp.
Fräkmünt
Pächter: Daniel und Gerda Blättler
Die Alp umfasst rund 67 Hektaren und liegt auf 1350 Metern über Meer. Im Sommer werden rund 80 Rinder, 30 Milchziegen und ein paar Gitzi gehalten. Ab Mittwoch bis ca. Sonntag, jedoch nur bei schönem Wetter, wird ein kleines Alpbeizli geführt.
Zweimal die Woche, Mittwoch und Freitag, wird Geisskäse produziert.
Oberlauelen
Pächter: Hansueli Keiser
Viehbestand: ca. 60 Rinder und Mutterkühe und ca. 80 Schafe
Landwirtschaftsbetrieb
Die Alp Unterlauelen wird ganzjährig bewirtschaftet. Der Betrieb liegt in der Bergzone 3 und umfasst 27,2 ha landwirtschaftliche Nutzfläche.
Bauten + Liegenschaften
Werkhof, Kapelle, Restaurantbetriebe und Bauernhaus. Hier finden Sie die verschiedenen Bauten und Liegenschaften der Korporation.
Restaurant Alpgschwänd
Das Restaurant Alpgschwänd steht für heimelige Gemütlichkeit und einer exzellenten Küche. Von der gedeckten, beheizbaren Terrasse aus geniessen Sie den fantastischen Ausblick auf See und Berge.
Die Rodelbahn und der Seilpark Fräkmünt sind in 20 Minuten zu Fuss erreichbar.
Bauernhaus Unterlauelen
Im Baurecht
Restaurant Unterlauelen
(Im Baurecht). Ob in der Gaststube, im Jagdsääli oder auf der Gartenterasse, geniessen sie im Restaurant Unterlauelen die verschiedenen Jahreszeiten. Die Küche bietet ihnen ein reichhaltiges Angebot. Den ganzen Tag über bis abends um 21.00 Uhr werden feine Spezialitäten serviert. Lassen sie sich mit der kreativen Menüzusammenstellung von traditionellen, alten Bauerngerichte verwöhnen. Das Speiseangebot ist auf die Verwertung eines ganzen Tieres ausgerichtet. Die Fleischprodukte werden vorwiegend aus dem Eigenthal bezogen und wird ergänzt aus der Region durch unsere Hausmetzgerei. So wird eine grosse Wertschöpfung in der Umgebung unterstützt.
Kapelle und Spycher auf Unterlauelen
Werkhof Schwandi
Der Werkhof wurde 1994 erbaut. Im unteren Geschoss befinden sich zwei Garagen mit einer Werkbank, ein Kraftstoffraum, ein geheizter Mannschaftsraum mit Küche und ein WC.
Das obere Geschoss mit separatem Eingangstor dient als Lagerraum und als gedeckter Arbeitsplatz bei Schlechtwetter. Im Jahre 2012 wurde ein Drittel des oberen Stockes innen ausgebaut. Es entstand ein Forstbüro mit Telefon- und Internetanschluss.
Seither hat der Forstbetrieb der Korporation Hergiswil eine eigene direkte Postanschrift:
Forsthof Korp. Hergiswil, (Name des Mitarbeiters), Schwandi 1, 6052 Hergiswil NW. Der alte Forstwerkhof vis-a-vis des Neuen dient seit 2012 neu als Baumagazin für diverse Werkzeuge und Geräte des Bauwesens.
Korporationsgebiet
Das Gebiet der Korporation ist aufgeteilt in mehrere Parzellen, wobei die Parzelle 333 das hauptsächliche und grösste Gebiet beinhaltet (Rund 2/3 des Gemeindegebietes von Hergiswil).


Links
- Gemeinden und Kantone
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