Forstbetrieb
Die Korporation Hergiswil besitzt 446 Hektaren Wald. Getrennt durch die Wasserscheide auf der Fräkmünt kann zwischen zwei grossen Waldgebieten unterschieden werden.
Das Forstteam
Blättler Josef Andreas
Betriebsleiter
Odermatt Mathias
Maschinist
Josef Odermatt
Revierförster
Samuel Hagenmüller
Lernender
Wälder
Die Wälder der Korporation Hergiswil
Die Korporation Hergiswil besitzt 446 Hektaren Wald. Getrennt durch die Wasserscheide auf der Fräkmünt kann zwischen zwei grossen Waldgebieten unterschieden werden. Dem Allmendwald über dem Dorf Hergiswil und dem Lauelenwald im Eigental. Die untersten Wälder befinden sich oberhalb vom Vierwaldstättersee beim Lopper auf 440m über Meer. Der Allmendwald beginnt beim Teufmoos auf 750m Höhe und erreicht bei der Fräkmünt mit 1400m den höchsten Punkt.
Der Lauelenwald liegt im Eigental und erstreckt sich südöstlich des Rümlig gegen das Pilatusmassiv. Er bildet von 1000m bis 1400m einen ziemlich geschlossenen Wald.
Die höchsten, teilweise aufgelösten Waldgebiete erreichen bis 1700m (Chastelen, Heitertannli unterhalb vom Klimsenhorn).
Das gesamte Waldgebiet wird von mehreren Wildbächen durchflossen, die teilweise tiefe Gräben in den Boden gezogen haben. Fast jährlich sind am Klimsenhorn, Nauen, Sulzgraben und Tellenpfad Lawinenabgänge zu beobachten.
Mit fast 10 Kilometer Waldstrassen und Maschinenwegen sind die Wälder der Korporation gut erschlossen. Sie erleichtern den Zugang zu den Waldgebieten, dienen dem Holztransport und sind die Basis für die Erschliessung mit Seilkrananlagen.
Der Forstwerkhof Schwandi wurde 1994 gebaut und ist das logistische Zentrum des Forstbetriebes.
Wälder
Waldfunktionen
Gemäss Waldentwicklungsplan (WEP) Nidwalden von 2004 sind die Wälder in Hergiswil folgenden Funktionen zugeteilt:
- Schutzwald
Rund 80% des Hergiswiler Waldes schützt vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Murgang und Rutschungen. Ohne den Schutzwald wären viele Dorfteile nicht bewohnbar oder könnten nicht durchfahren werden.
Die Pflege des Schutzwaldes ist aufwändig. Erfahrungen zeigen aber, dass Bauwerke wie Lawinenverbauungen oder Steinschlagnetze anstelle von intakten Schutzwäldern oft ein zehnfaches an Kosten verursachen würden. Der Forstdienst sorgt zusammen mit den Waldbesitzern dafür, dass der Wald in Hergiswil einen nachhaltigen Schutz bieten kann. Die Forstgruppe der Korporation Hergiswil pflegt seit Jahrzehnten mit grosser Kompetenz diese Schutzwälder. Das Schutzwaldprojekt Hergiswil bildet die Grundlage für effiziente und zielgerichtete Arbeitseinsätze im Schutzwald. Die Schutzwaldpflege wird mit Beiträgen von Bund und Kanton gefördert.
- Nutzwald
Im Hergiswiler Wald wächst ein Rohstoff. Holz, das als Baustoff oder Energielieferant ständig nachwächst und nachhaltig genutzt werden kann. Aufgrund der schwierigen, steilen Verhältnisse im Gelände und der fehlenden Erschliessung (Strassen) kann nicht jeder Wald im gewünschten Masse genutzt werden. Zudem spielt auch der Holzmarkt eine entscheidende Rolle: Die Waldbesitzer denken ökonomisch und schauen auf den Holzpreis.
Nachhaltige Waldwirtschaft bedeutet, dass nicht mehr Holz genutzt wird, als auch wieder nachwächst. Werden keine oder zu wenige Bäume genutzt, wird der Wald immer älter und Schattenbaumarten wie Buche, Tanne und Fichte verdrängen mit der Zeit die Lichtbedürftigen Arten neben Esche und Ahorn insbesondere auch die seltenen Arten wie Kirschbaum, Eiche, Ulme und Linde.
- Natur- und Landschaftsschutz
Der Wald bietet etwa der Hälfte aller in der Schweiz lebenden Tier- und Pflanzenarten den geeigneten Lebensraum. Er ist einer der letzten, natürlichen Rückzugsgebiete für viele bedrohte Arten. Je nach Standort und Meereshöhe ergibt sich ein anderes Waldbild. Vom Laubmischwald in den unteren Lagen bis zum Fichtenwald im Berggebiet gibt es verschiedene Arten von Wäldern. Viele Tier- und Pflanzenarten haben ganz spezielle Ansprüche und kommen deshalb nur in bestimmten Wäldern vor. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung trägt diesen Besonderheiten Rechnung. Oft sind diese Wälder als Sonderwaldreservate ausgeschieden.
- Erholung und Freizeit
Der Wald wirkt in vielfältiger Hinsicht positiv auf die Lebensqualität, er gestaltet das Landschaftsbild und bietet Raum für Erholungssuchende mit unterschiedlichsten Bedürfnissen. Im Wald findet der Mensch Ruhe und Erholung. Die frische, kühle und sauerstoffreiche Luft fördert die Gesundheit. Der Hergiswiler Wald ist ein Ort für Naturbeobachtungen und Naturerlebnisse. Er wird als Naherholungsgebiet stark genutzt.
Vorrangfunktion (436 Hektaren)
Schutzwald
344 Hektaren
Lopper Nord, Steingraben / Büchse / Steinibach /Mühlebach /Feldbach /Kohler Rutsch / Trämelegg / Schönenboden / Bockrüti / Teufmoos / Chastelenbach
Nutzwald
49 Hektaren
Sädel / Lauelenwald
Naturschutz / Landschaftsschutz
43 Hektaren
Lopper (Teilgebiet) / Nätschen / Oberlauelen / Arven
Ohne Vorrangfunktion
10 Hektaren
Abgelegene Waldgebiete / aufgelöste Bestände an der Waldgrenze
Schutzwaldprojekt
Ein 10-Jahresprojekt (2012-2022)
Für das Gemeindegebiet Hergiswil wurde 2012 ein neues Schutzwaldprojekt ausgearbeitet. Es umfasst alle Schutzwaldungen von Öffentlichen und Privaten Waldeigentümern. Projektträgerin des Schutzwaldprojektes ist die Korporation Hergiswil mit 344 Hektaren Wald im Schutzwaldperimeter, was rund 85% des Schutzwaldes ausmacht.
Ziel der Schutzwaldpflege
Schutzwälder sind in einem Zustand, in dem sie Siedlungen, Verkehrs-, Energie- und Kommunikationswege gegen Lawinen, Rüfen, Steinschlag, Rutschungen, Erosion und Hochwasser dauernd schützen.
Zustand des Schutzwaldes
Alle Waldbestände im Schutzwald wurden 2012 auf ihren aktuellen Zustand hin beurteilt und die notwendigen Massnahmen für die nächsten 10 Jahre festgelegt.
Flächenverteilung nach Entwicklungsstufen
Etwa 20 % der Schutzwaldfläche sind im Jungwuchs / Dickungs- oder im Stangenholzalter. Ein Viertel der Fläche ist mit mittlerem Baumholz bestockt. Am meisten Fläche (28.8 %) nehmen die stufig, ungleichförmigen Bestände ein.
Mischungsverhältnisse
Auf 43 % der Waldfläche stocken Mischbestände. Reine Nadelholzbestände bedecken 36 % oder 146 Hektaren der Projektfläche. Die Mischungsverhältnisse sind geeignet und den standörtlichen Gegebenheiten angepasst. Sie weichen nur kleinflächig von den Bestockungszielen ab, die sich für den naturnahen Schutzwald ergeben.
Massnahmen
Zwischen 2013 und 2022 sind im Schutzwaldprojekt Hergiswil folgende Arbeiten geplant:
– Jungwaldpflege: 81 Hektaren
– Holzernte: 11‘100m3
Finanzierung
Der Ertrag aus dem Holzverkauf deckt etwa einen Drittel der Kosten. Die Restkosten werden durch Beiträge für die Schutzwaldpflege von Bund und Kanton gedeckt.
Waldreservat Arven
Das Sonderwaldreservat Arven umfasst eine Fläche von 11.5ha Wald auf einer vernässten Hangterasse unterhalb Fräkmünt. Um ca. 1900 bis 1920 wurde das Gebiet Arven entwässert. Bei grossen Teilen der Reservatsfläche handelt es sich um Aufforstungen von ehemaligem Weideland.
Von den 8 im Reservat Arven vorkommenden Waldgesellschaften gelten 5 als selten und schutzwürdig. Sie machen 93% der Waldfläche im Perimeter aus.
Reservatsziel: Hauptziel des Reservates Arven ist die Erhaltung und Förderung des Auerhuhns und damit verbunden des Torfmoos-Bergföhrenwaldes. Es wird ein erhöhter Anteil an Bergföhren und weiteren standortsgemässen Mischbaumarten angestrebt.
Waldreservat Oberlauelen
Das Sonderwaldreservat Oberlauelen umfasst mit einer Fläche von 22.7ha Wald und Flachmoore der Korporation Hergiswil am Hang und auf der Krete nördlich und östlich der Alp Oberlauelen.
Nach starken Holznutzungen mittels Kahlschlägen im 19. Jahrhundert wurden grosse Teile des Hergiswiler Waldes mit Fichten und Tannen angepflanzt. Bei Teilen der Reservatsfläche Oberlauelen handelt es sich um die Aufforstung von Weideland.
Waldstandorte
Von den 8 im Perimeter vorkommenden Waldgesellschaften gelten 7 als selten und schutzwürdig. Sie machen 97% der Waldfläche im Perimeter aus.
Reservatsziel
Ziel des Reservates ist es, den Lebensraum für das Auerhuhn aufzubessern. Dazu sind Holzschläge und Pflegearbeiten vorgesehen.
Dienstleistungen
- Gartenholzerei
- Unterhalt
- Verkauf von Brennholz
Leistungen im Tourismus
- Alpgschwändbahn
Seilbahn Alpgschwänd
- Waldstrasse
14 Km Waldstrasse, die im Sommer von Wandern und Bikern, im Winter von Schlittlern benutzt werden.
- Rodelbahn
Auf Korporationsboden liegt auf Fräkmüntegg die längste Rodelbahn der Schweiz.
- Baurechte
Im Baurecht stellt die Korporation Hergiswil die Vereinshütten Schönenboden den Alpenfreunden, die Bockrüti und die Büchsenhütte dem Turnverein, die Kohlerhütte den Jägern und den Pistolenstand Teufmoos der Pistolensektion zur Verfügung.
Forstwerkhof Schwandi
Der Werkhof wurde 1994
erbaut. Im unteren Geschoss befinden sich zwei Garagen mit einer Werkbank, ein Kraftstoffraum, ein geheizter Mannschaftsraum mit Küche und ein WC.
Das obere Geschoss mit separatem Eingangstor dient als Lagerraum und als gedeckter Arbeitsplatz bei Schlechtwetter. Im Jahre 2012 wurde ein Drittel des oberen Stockes innen ausgebaut. Es entstand ein Forstbüro mit Telefon- und Internetanschluss.
Seither hat der Forstbetrieb der Korporation Hergiswil eine eigene direkte Postanschrift:
Forsthof Korp. Hergiswil, (Name des Mitarbeiters), Schwandi 1, 6052 Hergiswil NW. Telefon: 041 630 05 84. Der alte Forstwerkhof vis-a-vis des Neuen dient seit 2012 neu als Baumagazin für diverse Werkzeuge und Geräte des Bauwesens.
Zertifizierungen des Forstbetriebes

Dieser Forstbetrieb betreut vorbildlich bewirtschaftete Wälder. Seine Produkte wurden gemäss den Richtlinien von FSC® zertifiziert.

